Dublin - Metropole am Liffey

Hauptstadt von Irland

Schon vor 5.000 Jahren siedelten sich Menschen an der Liffey-Mündung im Osten der irischen Insel an. Sie nannten den Ort Ath Cliath, was so viel wie "geschützte Furt mit Zäunen aus Weidengeflecht" bedeutet. Zur damaligen Zeit war Tara im heutigen County Meath die anerkannte Hauptstadt von ganz Irland. Wer vom Südosten der Insel nach Tara gelangen wollte, überschritt den Liffey-Fluß im Bereich des heutigen Dublins.

Four Courts Dublin - Irland
Die Richmond Bridge mit Four Courts im Hintergrund

Die Wikinger und der irische Hochkönig Brian Boru

Anfang des 9. Jahrhunderts legten die Wikinger in der Bucht von Dublin an. Nachdem sie die Region erobert und ausgeraubt hatten, gründeten sie am Standort der Christ Church Cathedral in Dublin eine Siedlung und bauten diese zu einem großen Warendepot und Handelsplatz aus. Der Bezeichnung der Wikinger für diesen Ort war "Dubh Linn". Zahlreiche Handwerker siedelten sich dort an.

Erst im Jahre 1040 konnte der Hochkönig von Irland, Brian Boru, in der "Schlacht von Clontarf" die Wikinger von dort vertreiben. Ein Großteil der Wikinger blieb jedoch an diesem Ort ansässig, inzwischen sprachen sie gälisch und waren zum Christentum konvertiert.

Samuel Beckett Brücke am Liffey
Samuel Beckett Bridge - River Liffey - Dublin

Anglo-Normannen und "The Pale"

In den Jahren 1170-1172 erobert nun die Anglo-Normannen das Gebiet. So kam Dublin und das umgebende Gebiet (etwa 60 km) in den Besitz des englischen Königs "Henry II.". Man nannte dieses Stück erobertes Gebiet "The Pale", den "Pfahl im Fleische Irlands".

Im 13. Jahrhundert besaß Dublin zwei Kathedralen und einen großen Seehafen. Der Handel mit Wein erblühte. Unzählige Handelsgilden waren in Dublin vertreten; Klöster gründeten sich.

Dublin in Flammen

In der Folgezeit wurde die Stadt an der Ostküste Irlands durch Kriegshandlungen, Pest und Feuersbrünste mehrfach zerstört, Dublin erholte sich aber immer wieder davon. Historisch bedeutender war die Tatsache, dass die englischen Herrscher über Dublin einen Fuß in der "Tür" Irlands hatten, was letztendlich den Verlust von sechs Grafschaften im Norden Irlands zur Folge hatte.

Dublin wächst zur Metropole

In der langen Zeit der Herrschaft der Engländer über Dublin wuchs die Stadt zu einer Metropole heran. Ohne den Einfluss der Engländer wäre Dublin nicht die Stadt geworden, die sie heute darstellt. Dublin wurde die zweitmächtigste Stadt im damaligen "Vereinten Königreich", nach London.

Good Bye Great Britain

Anfangs des 19. Jahrhunderts zog sich England immer mehr aus Dublin zurück. Zu stark war der Widerstand der Iren gegen die britischen Besatzer. Gleichzeitig erschufen sich die Briten mit Belfast im Norden einen neuen Brückenkopf auf der irischen Insel. In der Folge überholte Belfast die Stadt Dublin im Bereich der wirtschaftlichen Stärke. Dublin versank mehr oder weniger in der Bedeutungslosigkeit.

St. Stephens Green Park in Dublin
Entspannen am Ententeich - St. Stephens Green in Dublin

Dublin - jenseits des Liffey

Die Stadt Dublin wird vom Fluss Liffey in zwei Hälften unterteilt. Die dabei entstandenen Bereiche Nord und Süd weißen auch erhebliche soziale Unterschiede auf. Im Süden sitzt die Regierung des Landes. Auch die Universität und die meisten Sehenswürdigkeiten befinden sich im Südteil. Dublin macht Im Süden einen sehr lebhaften, jugendlichen Eindruck. Abgesehen von den vielen Sehenswürdigkeiten haben sich die Geschäfte, Bars und Shops voll und ganz auf die Besucher Dublins eingestellt.

Soziales Ungleichgewicht in Dublin

Wer allerdings über den Liffey in den Nordteil der Stadt gelangt, sieht auch die Schattenseiten der Metropole. Dort leben die Menschen, die zu den weniger bevorteilten Bevölkerungsgruppen des Wirtschaftaufschwungs zählen. Natürlich kann man Nord- und Südteil nicht einfach so pauschal-klischeehaft unterteilen. Aber im Groben verhält sich die Sachlage so.

Christliche Erbe in Dublin

Am Standort der protestantischen Christ Church Cathedral in Dublin, befand sich im Jahr 1038 bereits eine Kathedrale aus Holz. Erweitert wurde das Bauwerk vom inzwischen heiliggesprochenen Erzbischof O`Toole. Ihr heutiges Gesicht erhielt die Kathedrale im 19. Jahrhunderts im Zuge von Restaurierungsarbeiten im viktorianischen Stil. Die St. Patrick`s Cathedral aus dem 13. Jahrhundert wurde über einem Bachlauf und Brunnen errichtet. Es soll sich dort schon in keltischer Zeit ein heiliger Kultplatz befunden haben.

Ha'penny Bridge in Dublin
Halfpenny Bridge im Zentrum von Dublin

Grüne Oasen

Dublin ist eine sehr grüne Stadt. Zahlreiche Parks und Grünflächen gibt es in der irischen Hauptstadt zu entdecken. Der größte Park im Zentrum ist St. Stephen's Green. Der Phoenix Park im Westen von Dublin ist ein weiterer grüner Ruhepunkt. Dort liegt der Dubliner Zoo sowie einige Sportstätten. Das Naherholungsgebiet für den gestressten Dubliner befindet sich etwa eine Stunde Fahrzeit entfernt - die Wicklow Mountains, südlich von Dublin gelegen.

Temple Bar und Halfpenny Bridge

Zwischen der Christ Church Cathedral und dem Trinity College befindet sich der Bezirk Temple Bar. Man gelangt über die den Liffey überspannende Halfpenny Bridge in den berühmten Dubliner Bezirk. Die junge Kunstszene, die Musik- und Filmszene Dublins, hat sich dem einst verkommenen Dubliner Viertel angenommen. Eine vielfältige und bunte Welt ist dort entstanden.

Dublin - Temple Bar Pub
The Temple Bar Pub in Dublin

In der irischen Metropole gibt es unzählige Pubs. Jedes Pub hat seinen eigenen Flair. Touristen sind dort überall gerne gesehen. Bei einem Guinness oder Smithwicks kommt man leicht mit den Iren ins Gespräch. Falls es das Wetter erlaubt, drängen die jungen Bewohner von Dublin nach draußen, um das Leben zu genießen. Aber auch bei schlechterem Wetter sind die Straßen von Dublin reich bevölkert.