Connemara Nationalpark im County Galway

Klein und malerisch

Der Connemara Nationalpark ist der zweitkleinste und zugleich der zweitälteste Nationalpark in Irland. Er befindet sich an der Westküste der irischen Insel in der Grafschaft Galway. Entstanden ist der Connemara Nationalpark im Jahre 1980. Die Größe des Connemara Nationalparks beträgt 2.957 Hektar. Von der irischen Bergkette der Twelve Bens reicht er bis ins nördliche Connemara.

Connemara - Idylle am See
Seenlandschaft in Connemara in Westirland

Connemara - Sumpfland und Felsen

Geprägt wird der Connemara Nationalpark von Heide-, Sumpf- und Moorlandschaften. Dazu bietet er Wiesen, Wälder und malerisch daliegende Berge. Häufiger sind die im Connemara-Nationalpark wildlebenden Connemara Ponys anzutreffen. Auch Rotwild wurde im Nationalpark wieder angesiedelt. Ein Teil der berühmten Gebirgskette "Twelve Bens" befinden sich innerhalb der Nationalparks (Benbaun, Bencullagh, Muckanaght und Benbrack). Auch die Gebirgszüge der Maumturk Mountains liegen im Bereich des Connemara Nationalparks.

Einheit aus der Vielfalt

Im südliche Teil des Connemara-Nationalparks wurde vom englischen Parlamentarier Martin Dick (Spitzname: Humanity Dick) im 19.Jahrhundert (1822) ein Tierschutzgebiet für vom Menschen misshandelte Tiere eingerichtet.

Vor der Gründung des Nationalparks gehörten viele Bereiche des heutigen Connemara-Nationalparks zum Besitz des Kylemore-Klosters und der Gemeinde Letterfrack, sowie einigen Privatpersonen. Heute ist alles im Besitz des irischen Staates. Der irische Staat hat die Ländereien gekauft und verwaltet nun den Nationalpark in eigener Regie.

Berge und See in Connemara
Einsame Berg- und Seenlandschaft in Connemara

Frühe Besiedlung der Connemara-Region

Das Connemara-Areal war nachweislich schon vor 4.000 Jahren besiedelt; man fand megalithische Begräbnisstätten aus dieser Zeit. Man kann im Nationalpark aber auch Siedlungsreste der jüngeren Vergangenheit entdecken wie die alte Schafställe und verfallene Häuser. Insgesamt war früher das Leben auf dem Gebiet des heutigen Nationalparks sehr hart aufgrund des schlechten Bodens. Entweder war der Boden felsig oder er war zu feucht und musste erst entwässert werden. Die Erträge waren immer recht mager und lohnte den Aufwand der harten Arbeit nicht.

Man nutzte das Gebiet des Connemara Nationalparks als Weideland für Schafe und Rinder. Die Torfvorkommen der Moore wurden als Brennstoff genutzt. In Connemara fanden sich schon immer zahlreiche Dichter, Künstler und Romantiker in den weiten, malerischen Landschaften und der unberührten Natur ein. Sie suchten und fanden dort neue Inspirationen für neue Werke.

Schafherde in Westirland
Schafherde nahe einer Gemeinde in Connemara

Flora und Fauna in Connemara

Das lilafarbene Pfeifengras ist die am häufigsten im Park vorkommende Pflanze. Sehr häufig in der Sumpf- und Moorlandschaft des Connemara Nationalparks ist der Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze. In den höher gelegenen, felsigen Gebieten des Nationalparks, findet man den Rosenwurz und verschiedene Steinbrech-Arten.

Die auffälligsten Vertreter der reichhaltigen Vogelwelt des Connemara Nationalparks sind Zaunkönig, Rotkehlchen, Wiesenpieper, Feldlerchen und das seltene Schwarzkehlchen. Einige Greifvogelarten nutzen den Nationalpark als Jagdgebiet (Sperber, Merlin, Turmfalke).

Während der Winterzeit kommen etliche Vogelarten in den Nationalpark, um dort zu überwintern. Das sind überwiegend Vogelarten der Feuchtgebiete wie die Bekassine, aber auch die Waldschnepfe. Aus Tierzuchtfarmen entlaufende Nerze bedrohen die einheimische Kleintierwelt des Connemara-Nationalparks.

Das Connemara-Pony, einst Haustier, ist das größte Säugetier des Parks. Das Pony ist nicht sehr groß. Ins Land kam die kleine Pferderasse durch die Kelten vor fast 2.500 Jahren.