Glenveagh Nationalpark im County Donegal - Irland

Reichhaltige Flora und Fauna

Der Glenveagh Nationalpark befindet sich im County Donegal im Nordwesten der irischen Insel in den Derryveagh Mountains. Der Glenveagh Nationalpark befindet sich etwa 24 km nordwestlich der Ortschaft Letterkenney. Zu erreichen ist der Nationalpark über die irischen Dörfer Churchill und Kilmacrennan.

Blick vom Mount Errigal im Glenveagh Nationalpark - County Donegal
Blick vom Mount Errigal über die Küstenregion von Donegal

Die Größe des Nationalparks beträgt 16.548 Hektar; damit ist der Glenveagh-Nationalpark der größte seiner Art in ganz Irland. Gegründet wurde der Nationalpark im Jahre 1986. Der Grundstock für diesen Nationalpark war ein privates Anwesen mit einer Größe von fast 10.000 Hektar, das bis zur heutigen Größe erweitert wurde.

Alterssitz in der Einsamkeit Donegals

Der Nationalpark gründete sich aus dem Nachlass von John George Adair. Mitte des 19. Jahrhundert kaufte der Land-Spekulant das Gebiet. Die dort ansässigen Bauern ließ er im Jahre 1861 rücksichtslos vertreiben. Glenveagh Castle wurde im Jahre 1873 fertiggestellt. Es sollte als Altersruhesitz und Jagdrevier von George Adair dienen. Dieser verstarb jedoch frühzeitig im Jahre 1885. Seine Frau legte in der Folgezeit die wunderschönen Gärten von Glenveagh an. Bis zum Jahre 1916 war sie eine beliebte Gastgeberin für die "bessere" Gesellschaft. Nach ihrem Tod verfiel das Anwesen.

Heimat der irischen Dichter

Im Jahre 1929 kaufte Professor Arthur Kingsley Porter von der Harvard University das Anwesen. Für kurze Zeit war Glenveagh Castle Versammlungsort für irische Literaten und Künstler. Bei einem Besuch der irischen Insel Inishbofin im Jahre 1933 verschwand Arthur Kingsley Porter auf mysteriöse Weise spurlos.

Das Schloss - restauriert und verkauft

Im Jahre 1937 kaufte Henry McIlhenny aus Philadelphia das Anwesen, ein Nachfahre irischer Auswanderer aus Donegal. Er setzte die Gärten und die Burg wieder instand. Im Jahre 1975 verkaufte er das Anwesen an das Office of Public Works. Diese Gesellschaft übertrug das Anwesen mit Land zur Miete an den irischen Staat. So konnte dann schließlich im Jahre 1986 der Nationalpark gegründet werden.

See im Glenveagh Nationalpark
Lough Veagh im Glenveagh Nationalpark

Bildernachweis: 620017928 © R. Crandall shutterstock.com

Einsamer Küsten-Nationalpark

Die Grafschaft Donegal ist für ihr Einsamkeit bekannt. Der Glenveagh Nationalpark in Donegal stellt sich noch einsamer als die Grafschaft Donegal selbst dar. Durch den Glenveagh Nationalpark führen keine Straßen. Der Besucher betritt den Nationalpark über das Visitor Center. Dort kann man sein Fahrzeug abstellen. Anschließend wird mit einem Bus zu Glenveagh Castle gebracht.

Die kleine sehenswerte Burg, traumhaft am Lough Beagh gelegen, ist auch für seine wunderschönen Gärten berühmt. Von Glenveagh Castle aus kann man dann individuelle Touren durch den Nationalpark starten. Die Burg besitzt dicken Außenmauern und einen Rundturm. Die Gärten von Glenveagh Castle beherbergen viele exotische Pflanzen und ist im Frühling und Sommer eines wahres Fest für die Augen. Der Rhododendron ist die bestimmende Pflanzen der Gärten.

Usprüngliche Eichenwälder

Am südöstlichen Ufer des Lough Veagh befindet sich das größte zusammenhängende Gebiet an naturnahen Wäldern (Mullangore Wood) im Glenveagh Nationalpark. Man findet dort überwiegend Eichen. Im Frühling sind die Böden der Wälder von Millionen Buschwindröschen bedeckt. Ansonsten prägen Farne das Unterholz der Wälder. Im Sommer findet man den seltenen Waldlaubsänger in den Wäldern des Nationalparks. In den Seen des Nationalparks findet man Bachforellen und Aale. Im größeren Lough Veagh findet man auch die Meerforelle, Lachse und Saiblinge.

Fliegende Edelsteine

Der Goldregenpfeifer ist mit seinem melancholischen Gesang der Charaktervogel der Bergregionen des Glenveagh Nationalparks. In den feuchten Niederungen hat der Kiebitz sein Bruthabitat, dazu gibt es viele Wiesenpieper. Während des Winters ziehen diese Vögel allerdings in wärmere Gefilde um. Hoch in den Felsen brütet der seltene Wanderfalke im Nationalpark. Ihre Nahrung finden sie in der Kleinsäugetier- und Reptilienwelt der Moore.

Der Kolkrabe ist hauptsächliche Aasverwerter im Glenveagh Nationalpark. Bei schlechtem Wetter kommt so manch' Getier zu Tode. Gut, dass der Kolkrabe die Kadaver verwerten kann. Im Nationalpark wurde vor kurzem der Steinadler (Aquila chrysaetos) wieder angesiedelt. Bleibt zu hoffen, dass dieser imposante Vogel im Nationalpark wieder heimisch wird und brütet. Auf den Seenflächen des Nationalparks tummeln sich zahlreiche Wasservögel, darunter auch der Sterntaucher.

Glenveagh Nationalpark - Wandern in der Einsamkeit

Zum Wandern ist der einsame Glenveagh Nationalpark sehr gut geeignet. Wer Blumen und exotische Pflanzen mag, sollt unbedingt die Gärten von Glenveagh Castle besuchen.